Meet The Band
Oh Land!
Sie stürmt Charts, produziert ihre Musik mit Größen des Musikgeschäfts wie Dan Carey (The Kills, Franz Ferdinand, Hot Chip) oder Dave McCracken (Depeche Mode, Beyoncé) und kehrt demnächst als heißbegehrter Act dahin zurück, wo sie Epic Records 2009 entdeckt hat: Auf die Bühne des SXSW Festivals in Austin, Texas.
Bei Nanna Øland Fabricius aka Oh Land passieren noch Wunder. Die 26-jährige dänische Sängerin aus Kopenhagen nimmt ihre Fans mit in ihr ganz eigenes Wunderland. Ihr herausragendes Talent und die große Leidenschaft für darstellende Kunst wurden ihr praktisch in die Wiege gelegt. Im kreativen Umfeld ihrer Familie – ihre Mutter ist Opernsängerin, ihr Vater Organist – wuchs sie abseits jeglicher Konventionen zu einem Freigeist heran, der die große Inszenierung liebt. Ein Unfall beendete ihre Ballettkarriere, die sie an den renommierten Royal Ballett Schools in Dänemark und Schweden vorbereitete von einem Tag auf den anderen. Doch Nanna träumt mindestens genauso hart, wie sie tanzt. Sie verwirklichte ihren großen Traum und wurde eine vielversprechende Sängerin, die mit ihrem charakteristischen Elektropop die internationalen Charts stürmt. Seither darf sie all die Orte dieser Welt bereisen und das tun, was sie am Meisten liebt — auf der Bühne stehen!
Ich besuchte die wunderschöne Skandinavierin vor ihrem Konzert und sprach mit ihr über ihr Verhältnis zur Kunst und wie es sich anfühlt, Pharell Williams vor den Kopf zu stoßen. Mein Resümee: Oh Land ist einfach wunderbar, doch lasst euch selbst verzaubern.
Nanna, dein Alter Ego Oh Land nimmt uns mit in ihr eigenes träumerisches Wunderland. Ich muss an Ballons, surreale Settings und Schneekugeln denken. Woher nimmst du deine Inspiration und was sind deine musikalischen Einflüsse?
Klassische Musik ist für mich eine große Inspirationsquelle. Ich bin mit klassischer Musik und all ihren großen Erzählungen wie Schwanensee, Turandot und mythischen Geschichten aufgewachsen. Daher bin ich sehr von Mythologie, Story Telling und Märchen inspiriert. Je älter ich wurde, desto mehr interessierte ich mich aber auch für elektronische Musik und Technologie im Allgemeinen. Meine Schwester, die elf Jahre älter ist, hat viel TripHop und Electronica gehört. Sie hat mir 90‘s Wave, Björk, Tricky oder Portishead gezeigt. Somit entwickelt sich meine Musik aus einem Mix aus einem klassischen und einem eher fortschrittlichen Ansatz .
Ich nehme an, für den klassischen Input werden deine Eltern zuständig gewesen sein. Deine Mutter ist ausgebildete Opernsängerin und dein Vater Organist. Wie haben sie deine Kreativität beeinflusst?
Ja, sie haben mich definitiv schon sehr früh mit klassischer Musik vertraut gemacht. Wir haben zu Hause auch nie rhythmische Sachen gehört. Meine Mutter hat mich als Kind ausserdem jeden Abend ins Theater mitgenommen. Während sie probte, saß ich backstage mit einem Babysitter. Dieses kreative Umfeld hat mich sehr geprägt.
Was waren als Kind deine Highlights bei diesen Auftritten und womit assoziierst du deine Kindheit?
Ich erinnere mich noch an all die geschminkten Männer, die mit Perücken durch die Korridore liefen und vor sich hin sangen, sowie an die gelenkigen Ballett-Tänzerinnen. Es war eine Welt, in der nichts komisch war und alles total normal zu sein schien. Das war sehr befreiend für mich, denn ich war selbst ein ziemlich wildes Kind. In dieser Umgebung aufzuwachsen, war sehr schön, da ich das Gefühl hatte, ich selbst sein zu können. Deswegen fühle ich mich in der Welt der Musik und der darstellenden Künste so wohl.
- von Michal Antonovich
- am 26. Januar 2012
- Fotos von Jan Kapitän


